Das Theater im sozialen Netz

Zur Zeit inszeniere ich Oscar Wildes Idealen Gatten am theaterzentrum deutschlandsberg. Das nimmt mich gedanklich natürlich in Anspruch, aber nicht die ganze Zeit, so dass ich immer mal wieder über eines nachdenke:

Warum haben es Theater so schwer im sozialen Netz?

filterblase472015Die Frage beschäftigt mich immer wieder, verstärkt wenn ich gerade am Inszenieren bin oder ein Theaterprojekt vorbereite. Also jetzt zum Beispiel. Vermutlich, weil ich immer auch ein bisschen darüber sinniere, wie man den Produktionsprozess im sozialen Netz begleiten kann, selbstredend in der Storytellingverpflichtung als Marketingstrategie, aber eigentlich auch darüber hinaus: Immer wieder denke ich über interaktive Theaterabende nach, komme aber einfach nicht zu befriedigend originellen Lösungsansätzen, was mich aus künstlerischem Streben heraus natürlich ärgert.

Mit dem Theater unterm Dach in Berlin und dem Caveman-Universum betreue ich ja auch (zumindest teilweise) seit kurzem die Social-Media-Accounts zweier Theaterinstitutionen. Während ersteres sich bislang zumeist auf Veranstaltungsankündigungen beschränkt, wollen wir bei Caveman & Co. das gerade vermeiden. Auch hier bin ich – diesmal aus kulturmanagerialem Ehrgeiz heraus – bislang nicht wirklich glücklich, aber hier stehe ich zum Glück noch am Anfang. Strategien und Ziele sind noch nicht annähernd definiert, das sollte Anfang 2016 dann aber passieren.

Doch nun zurück zu einem Fragenkonvolut, das ernstgemeint ist:

Warum haben es Theater so schwer im sozialen Netz? Warum tun sich Theater so schwer im sozialen Netz? Warum sind die Institutionen bildender Kunst (Museen, Ausstellungshallen, Galerien etc.) da so viele Schritte weiter? (Und selbst diese Versuche werden ja als rückständig bezeichnet. Ich verweise auf meinen Blogpost von letzter Woche.) Wieso gibt es eigentlich aktuell keine wirklichen Diskussionen darüber, wie Theater sich im interaktiven digitalen Raum bewegen sollten/könnten? (Google spuckt drei bis vier Jahre alte Beiträge aus.) Warum finden sich kaum originelle Tweets oder Postings aus dem Theaterbereich? Warum gibt es keine Konzepte (produktions- oder institutionsbezogen), die langfristig aufgehen oder zumindest Perspektiven aufzeigen?

Vielleicht ist gerade nicht die Zeit für eine solche Diskussion oder ein solches Sich-auf-den-Weg-machen. Vielleicht sind momentan wirklich gerade die Museen dran.
Vielleicht hab ich da ja auch etwas übersehen, und es passiert ganz viel im Theaterbereich. Falls dem so ist, freue ich mich über Hinweise.

Natürlich ist es nicht so, dass noch gar nichts passiert ist: Mir sind einige schöne Events in Erinnerung: Die TwitterTheaterWoche 2013 (#TTW13), die – soweit ich es mitbekommen habe – ein einmaliges Ereignis war, das #schiller2go des Nationaltheaters in Mannheim, das ich mit einer Schillersuche in Berlin begleitete, die #dieshowdo-Vorpremierenaktion des Theaters Dortmund, in der Twitterstatisten über die Endprobenwoche verteilt ihre Filterblase ein bisschen verwirren konnten. Ich erinnere mich dunkel, dass es vor Jahren im Maxim-Gorki-Theater mal eine Effi Briest gab, die irgendwie an Facebook gekoppelt war (die hab ich aber leider nicht gesehen). Natürlich konnte man auch schon einige Tweetups von Endproben, Vorstellungen oder Hinterbühnenführungen miterleben, und es gibt einige Twitter- und Instagram-Accounts, die hervorragendes Storytelling betreiben, allen voran das Residenztheater in München. Ach so, und gestern war wieder #LoveTheatreDay, die schönste Aktion dazu kam jedoch ausgerechnet aus einem Museum. Die Pinakotheken (auch München, #mannmannmann) haben nämlich ihr digitales Archiv nach Gemälden mit Theaterkontexten durchsucht und über den Tag verteilt getwittert. Hier eine Auswahl:

All diese Aktionen zu beobachten, sie stumm oder auch aktiv zu begleiten, hat Spaß gemacht und es macht Lust auf mehr. Denn – ganz ehrlich: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein?

Ich habe – wie gesagt – keine originellen oder befriedigenden Ideen, was passieren sollte oder könnte. Ich hätte aber gerne welche. Und deshalb habe ich Lust, in eine Diskussion einzusteigen, Ideen zu sammeln, Dinge auszuprobieren, über Strategien nachzudenken.
Also, liebe Theaterleute auf Twitter & Co., Social-Media-Abteilungen der Theater, Theaterfreunde: Lasst uns rumspinnen! Damit es nicht bei nur einer Theater-und-Netz-Konferenz im Jahr bleibt, sondern kontinuierlich gedacht, aber vor allem gewirbelt wird.
Nachdrücklich möchte ich zum Diskurs auch diejenigen einladen, die aus dem kunsthistorischen oder kunstvermittelnden Bereich kommen. Ihr seid (so scheint mir) in Euren Überlegungen schon viel weiter, und vielleicht lässt sich ja einiges übertragen?

//

Nachtrag (19. Nov., 23:21 Uhr)

Durch folgenden Tweet von Kilian Lembke fiel mir auf, dass mein Text sich zu stark auf die Theater als Institutionen fokussiert, was nicht so beabsichtigt war, zumal ich zwar im Stadttheaterbetrieb gelernt habe, aber vor allem in der freie Szene künstlerisch tätig bin:

Deshalb möchte ich ergänzen: Es geht nicht nur um die Stadttheater mit ihren verkrusteten Strukturen, in denen sich nur langsam etwas bewegen wird. Es geht genauso um den Umgang freier Gruppen, kommerzieller Theaterunternehmen oder einzelner Künstler mit Social Media, sowie darum, über künstlerische Projekte nachzudenken, wo auch immer diese entstehen. Also nicht nur das Drumherum, sondern gezielt auch künstlerische Kurz- oder Langzeit-Projekte an sich.

//(ml)

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18 Antworten zu “Das Theater im sozialen Netz

  1. Lieber Marc,

    ich steige gerne ein. Lasst uns gemeinsam Ideen entwickeln, ausprobieren und experimentieren. Super, dass du Fragen stellst. Ich bin im übrigen nicht der Meinung, dass die Museen so viel weiter sind. Es sind tatsächlich immer einzelne Leuchttürme. Oder Strohfeuer, oder wie auch immer man es nennen mag. Da wird nicht kontinuierlich an Ideen gefeilt. Denn ich denke durchaus, dass man mal was ausprobieren sollte und damit Erfahrungen sammeln. Es kann ja nicht alles auf Anhieb klappen. Aber die meisten geben wieder auf. Die Effie-Briest-Sache z.B. war sehr klasse. Da wurde Effie Briest auf Facebook aufgeführt! Die Personen aus dem Stück hatten Facebook-Accounts. Das fand ich genial. Aber es wurde danach nie wieder so etwas in der Richtung versucht.
    Ich sehe z.B. auch die Möglichkeit, Einführungen in Stücke über die Veranstaltungsseite zu machen. Da könnte ein Dramaturg/eine Dramaturgin sukzessive weiterführende Texte und Informationen (eher collagenartig als faktenlastig) einstellen. Ich hab das unlängst bei einer Lesung zu Roland Barthes gesehen, dass der Schauspieler, der das machte, einen an dem Prozess der Textauswahl teilhaben ließ. Und Musik oder so kleine Assoziationsschnipsel an der Stelle sammelte. Und alle, die vorhatten, zu der Veranstaltung zu kommen, wurden auf diese Weise vorbereitet. Das zerfasert dann auch nicht in der Timeline, sondern bleibt unter der Veranstaltung. Find ich ne coole Idee.

    Gerade im Hinblick auf Inszenierung kann ich mir sehr viel Input vom Theater vorstellen. Das Agieren auf der Bühne kann man doch auch auf die SoMe übertragen. Aber natürlich muss man sich dort in diesem Internet so ein bisschen eingrooven.

    Ich fand z.B. auch, dass man das mit der Idee der Twitterstatisten bei #dieshowdo noch etwas besser hätte machen können. Selbst ich als Mitwirkende, war bis zu letzt nicht so ganz auf Spur. Dazu gehört auch eine Aufwärmphase und permanentes Begleiten und Moderieren. Übrigens hab ich bis zuletzt gerätstelt, ob du auch Twitterstatist warst 🙂

    Also, herzlich gerne weiterdenken, Ideen sammeln, diskutieren, ausbaldowern. Was auch immer.

    Herzlichst
    Anke

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  2. Könnte fast schon ein Blogparadentext sein…

    Nachträge:

    Sind wir alle gespannt, was sich am Theater Trier entwickelt, das ja eigens eine Sparte 0.1 gegründet hat u.a. wohl für solche Zwecke… da tut sich noch nicht viel, wenn ich das so verfolge, aber Sibelius wird das schon machen…Übrigens ein Intendant, der auch Kulturmanager ist.

    Ich war schon auf Theater-Tweetups in Koblenz und Heilbronn. Einfach auf meinem Blog im Menü Tweetups klicken und scrollen.

    Ich war jetzt gerade zum Tweetup #Iamhere der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, werde übermorgen beim Socialmedia-Event des Städel in Frankfurt teilnehmen. Ja, einige Museen haben eine Strategie, wollen, machen und tun, aber NOCH sind da meist „Profis“ anzutreffen, weniger „Besucher“. Und ja, die Münchner sind halt gut vernetzt, die Staats-Kultureinrichtungen, wohl auch persönlich. Ich hoffe das entfaltet noch mehr Dynamik, selbst das Mannheimer Technoseum hat mitgebloggt.. Die Provinz bricht auf..:)

    Zum Theater habe ich auch einiges geschrieben, auch im Blog unter Theater im Menü verlinkt mit konkreten Vorschlägen zu einem Twittertheater…:)

    Jetzt aber:

    Social Media und Theater.

    Das ist wohl auch eine Frage des Geldes. Wer macht sowas, hat ersie dafür Zeit?
    Wollen Theater das überhaupt in Gestalt hoher Intendanzen?
    Social Media bedeutet Vernetzung. Mit wem will sich Theater vernetzen? Mit dem ewig nur klatschenden Publikum, den Kunden hinter der 4. Wand? Mit anderen Theatern? Mit der Kritik?

    Achtung Provokation!

    Ist Theater Hochkultur? Für die Elite, siehe Berliner Theatertreffen, samt dessen Blog, das von unbezahlten Nachwuchskritikern befüllt wird, man beachte die Sprache, da will niemand mit Publikum sprechen. Wenn das Hochkultur ist, dann ist Social Media der falsche Ansatz, SM ist ja für die Plebs.

    Wenn Social Media Theatermarketing sein soll, nun dann hat Theater das gleiche Problem, wie andere Marken auch. Kann ich wenig dazu sagen.

    Wenn Social Media aber analog der Kunstvermittlung als erweiterte „Theatervermittlung“ verstanden würde, dann könnte man da was machen, wenn man die egomanen Halbgötter der Postdramatik u. ä. heraushält, nicht von oben im Cutup auf das zahlende Volk eindrischt, dass im Pausencocktail die Klunker der Damen ins Glas fallen, sondern auf Augenhöhe kommuniziert. Ich schätze der Kulturfritz hier kann das sehr gut, macht das sehr gut! Die Theateraccounts analog dazu aufbauen, mit Theaterfacts, lokalen Stories etc.

    Zur Produktion:
    In wievielen Produktionen haben Schauspieler ein Smartphone in der Hand? Lesen SMS vor, twittern, fatzebuchen, instagrammen? Kann ich mir überall vorstellen. Statt Briefe vorlesen u.ä. Text statt Video… Social Media muss als Alltag AUF die Bühne. Nicht unbedingt als Technik-Bashing und wie überfordert doch alle sind, den Untergang des Abendlandes. Rechner, Tablets und immer den Desktop an die Wand gebeamt. Social Media ist Text, Bild, Youtube…. Lasst das Volk vor dem Theater, in der Pause teilhaben, untereinander real und via Netz kommunizieren. Ihr Regieführenden Menschen lasst Euch etwas einfallen. Bei Oscar Wilde, hhm… 🙂 Ach ja. Theater IST Storytelling per se.

    Wenn Social Media nicht einfach Linkschleuder zu den Theater-Websites sein soll, Ankündigungen, Homestories der Schauspieler oder der Macher, seriöse gelbe Seiten, dann muss das Theater auf der Bühne Social Media spielen. Stories erzählen…

    Ich arbeite derzeit an einem Fork der erwähnten Twitter-Theater Dinge, mag ich jetzt nicht viel darüber sagen.

    Aber hier ein Vorschlag, für alle, ich denke einfach ins Unreine: Periscope-Theater! Livestreams, nicht von der Bühne, sondern auf die Bühne. Das Theater IST Social Medi, die Bühne der Dreh- und Angelpunkt!
    Periscope oder andere Livestream-Angebote nutzen. Das heißt Videowände auf der Bühne, davor ein Stück. Und dann verlässt ein Schauspieler analog der Stückdramatik die Bühne, fährt mit dem Auto irgendwohin, z.B. gerne auch Fahrrad oder zu Fuß, wird dabei periscopiert, der Stream liegt auf der Bühne, die Interaktion zwischen den Personen geht weiter …sowas, oder ersie nimmt nur seinen Weg auf, während er die Rolle weiterspielt. Einfach verteiltes Theater, keine vorproduzierten Videos, sondern live. Die Erweiterung der Bühne in das reale Leben durch Social Media, was Periscope ja auch ist. Und wenn ihr Euch traut auch interaktiv. Also das Publikum im Saal, an den (bekannten) Außenstellen, im gesamten Netz, das ja die Periscope-Streams mitverfolgen kann… Keine Liveübertragung des ZDF mit hunderten von Ü-Wagen, sondern ganz klein. Also in Berlin vor dem Kanzleramt oder so… Auf dem Lande gerne im Wald… Kann man auch auf kleinen Bühnen machen. Keine Ahnung, wie das technisch ginge. Wäre ich Theater würde ich den Computer-Chaos-Club einbinden, oder so etwas…..Das Theater wäre in aller Munde und auf den Tasten der Smartphones. Nur meine 23 Cent.

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    • wow! so viele anregungen und ideen! wir haben nun tatsächlich eine blogparade gestartet – vielleicht magst du deinen kommentar hier noch einmal dafür aufbereiten? deinen blog durchstöbere ich sobald mal weniger proben sind unbedingt, scheint ja noch einiges entdeckt werden zu wollen. 🙂 herzliche grüße, marc

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  3. Lieber Marc,
    klasse, dass Du das Thema wieder/nochmal anpingst!
    Ich erinnere ich noch sehr gut an das erste Theatercamp 2012 im Thalia Theater in Hamburg. http://timel-ne.de/theatercamp/ Aufbruchstimmung. Und auch dort wurden die Museen als große Vorbilder deklariert (und alle Social Media Museumsarbeiter fingen ans zu weinen 😉
    Leider verpuffte dieser Aufbruch auch. Es blieb das bislang einzige Theatercamp. Teilnehmer aus Theatern bei stARTcamps waren auch immer eher spärlich vorhanden.

    Bei #Lovetheatreday habe ich gestern mal kurz reingeschaut und fühlte mich erschlagen von Tonnen irrelevanter Tweets. Das geht mir aber eigentlich bei allen internationalen Twitter Events.
    Sehr großartig, was die Pinakotheken da geliefert haben!

    Die Instagram Accounts von fast allen Theatern finde ich sehr uninteressant. Sich verbeugende Schauspieler vor dem Vorhang sind nach dem 5. Mal einfach langweilig.

    Mit den Herbergsmüttern hatten wir 2013 die Ehre und Freude für das Rheinische Landestheater Neuss die Premiere der Nibelungen Doppelinszenierung mit einem TweetUp begleiten zu dürfen. Anfangs durchaus gegen Skepsis und Vorbehalte im Haus. Im Nachhinein waren glaube ich alle Beteiligten sehr begeistert. Für mich eins der Highlights unserer Arbeit. Leider blieb auch dieser Ausflug in die Theaterwelt bislang ohne Fortsetzung.
    http://herbergsmuetter.de/tag/nibelungen/

    Ich habe keine Antwort auf Deine Fragen. Und ich verstehe überhaupt nicht was da los ist, ist das Geschichten erzählen doch Theater immanent.
    Vielleicht liegt es an den Strukturen? Die sind ja z. T. extrem hierarchisch und die starken Persönlichkeiten sind stärker in die Arbeit involviert als in anderen Institutionen. (?)
    Die Hierarchie ist natürlich kein Argument für die freie Szene und da sieht es ja auch nicht viel besser aus.
    Ich habe das Gefühl, dass sich Theaterleute extrem in ihrer Welt abschotten, für sich bleiben wollen. Sich nicht vernetzen, nicht über den hauseigenen Branchen-Tellerrand schauen und sich nicht in die Karten gucken lassen wollen, ein recht konkurrentes System.
    Hm.

    Irgendwann wird es mal Zeit für ein 2. Theatercamp.

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    • liebe ute, wir haben nun tatsächlich ne blogparade gestartet. vielleicht lassen sich so ein paar aktuelle gedanken noch einmal sammeln? würde uns freuen, dich dabei zu haben. und was das #theatercamp angeht. auf dem stARTcam in wien versuchen wir auf jeden fall mal ne session abzuhalten und weiter zu sammeln. herzliche grüße, marc

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  4. Ich lese das hier ja mehr aus Sicht einer Theatergängerin und finde, dass es ein super spannendes Thema ist. Wie wäre es mit Berichten von der der Probe via Snapchat. Über die sog. Geschichten in Snapchat könnten Interessierte den Prozess verfolgen. Snapchat hat sich ja noch nicht so wirklich durchgesetzt bei uns, aber es hätte hier sicherlich ein hohes Potential, jüngere Theaterbesucher zu erreichen bzw. sie fürs Theater zu gewinnen.

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    • vielen dank für deinen kommentar. snapchat ist etwas, mit dem ich mich schon längst mal vertraut machen wollte. das könnte für das theater sicher interessant sein, auch der vergänglichkeit wegen.
      ich finde übrigens gerade die sicht von theatergänger_innen interessant, die sehnsüchte und wünsche. was wollt ihr im sozialen netz erfahren? reichen veranstaltungsankündigungen aus und backstage-fotos? was fehlt? habt ihr lust auf interaktion, interaktion, die vielleicht sogar in projekte involviert? vielleicht magst du deine gedanken dazu mal aufschreiben? wir haben soeben eine blogparade gestartet. https://kulturfritzen.wordpress.com/2015/11/20/theaterimnetz-blogparade/ bin gespannt!

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  5. Pingback: #TheaterimNetz – Aufruf zur Blogparade |·

  6. Vielleicht noch zum Nachdenken für einen Text zur Blogparade. Der Text ist wirklich gut und wird fast nicht beachtet!
    „5 Thesen zum Theater der Zukunft
    Veröffentlicht am 21. Juni 2015..
    Die folgenden 5 Thesen zum Theater der Zukunft sind im Rahmen eines Seminarblocks unter der Leitung von Theaterkritikerin Esther Slevogt als Teil des Stipendiatenprogramms der 18. Internationalen Schillertage entstanden….“
    Dort wird fast exemplarisch das Theater der Zukunft beschrieben…
    „Das Theater der Zukunft interessiert sich
    weniger für das Zeigen und Vorspielen, als für das Ineinandergreifen und Durchspielen.
    Die Bühne der Zukunft nimmt die Herausforderung der zunehmenden
    Gleichzeitigkeit in der Netzgesellschaft dankend an.“

    http://blog.nationaltheater-mannheim.de/?p=1475

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  7. Die Frage, warum Theater so selten im Social Web aktiv sind, ist fast schon so alt wie das Social Web selbst. Man tut dem Theater dabei ein wenig Unrecht, denn andere Sparten sind auch nicht wirklich aktiv. oder kennt jemand ein wirklich engagiertes Opernhaus?

    Vielleicht hat es damit zu tun, dass sich Schauspieler nun mal auf der Bühne ausdrücken und dann keine Lust mehr haben, sich in den Netzwerken zu äußern? Da sind Ausstellungsobjekte dankbarer. Die halten die Klappe und lassen mit sich machen, was man möchte. Außerdem stehen sie immer zur Verfügung, Theateraufführungen gibt es nur zu bestimmten Zeiten.

    Die Frage ist auch, was ich überhaupt lesen möchte? Geht es wirklich um irgendwelche kreativen Ideen? Ich muss im Vorfeld eigentlich nicht so viel über ein Stück oder die Schauspieler erfahren, eher danach, wenn ich Fragen habe. Aber da haben die Schauspieler keine Lust mehr, verständlich…

    Und dann geht es noch um die Frage, was überhaupt mit den Aktivitäten im Social Web erreicht werden soll? Bewerbung? Inhaltliche Auseinandersetzung?

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    • lieber christian, ich habe jahrelang in einem mehrspartenhaus gearbeitet, dementsprechend ist für mich theater als begriff umfassender als nur sprechtheater und schließt oper, puppenspiel, performance mit ein, also darstellende künste in jedem fall, durchaus auch orchester, wenn sie institutionell angebunden sind (aber vielleicht auch, wenn sie es nicht sind).
      ich weiß auch nicht, ob es die schauspieler selbst sein müssen, die sich ausdrücken sollen, dass sie keine lust haben, im netz aktiv zu sein, glaube ich nicht, es gibt da ja auch gegenbeispiele. und präsent sind sie mit eigenen website und auf agenturseiten ja sowieso. ich habe die fragen ja vor allem deshalb in die runde geworfen, weil ich mir selbst so viele gedanken darüber mache, wie man das netz auf die bühne holen kann und die bühne ins netz. das interessiert mich künstlerisch und aus der sicht eines kulturmanagers. also eben nicht nur als storytelling- /marketingaspekt (hier passiert ja viel, wenn auch wenig bemerkenswertes), sondern auch, um der frage nachzuspüren, was die digitale wirklichkeit mit uns macht. das ist ja hin und wieder thema auch in aktuellen theaterproduktionen. mich interessiert da aber vor allem wie man es aktiv miteinander verknüpft. also nicht nur auf der bühne darüber redet, sondern es live interaktiv angeht. insofern stößt du mit deinem kommentar genau die fragen an, die ich mir auch stelle: werbung und/oder inhaltliche auseinandersetzung? mal sehen, was die blogparade an beiträgen reinspült.
      herzliche grüße, marc

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  8. Pingback: Neues aus der Filterblase (47/2015) |·

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